7 Tabu-Sätze – Sagst Du so was auch?

By Mirjam Bombis | Allgemein

    Auch, wenn wir gelegentlich nicht den Eindruck haben: in der Regel hören die Kinder uns zu, und zwar sehr genau. Manchmal hören sie auch Sachen, die gar nicht für ihre Ohren bestimmt waren.

    Und viel zu häufig erwische ich mich dabei, dass ich gar nicht mehr mitbekomme, was eigentlich so alles aus meinem Mund kommt, wenn ich mit meinem Kind draußen unterwegs bin. (Achtsamkeit, anyone?) Bevor ich merke, was da eigentlich geschieht, habe ich dann etwas vorsorglich verboten. Schneller als mir manchmal lieb ist, setze ich meiner Tochter Grenzen, die viel mit meinen ganz eigenen Ängsten und Erfahrungen zu tun haben. Und die dann ganz unbeabsichtigt auch die Art und Weise beeinflussen, wie sich meine Tochter draußen und der Natur gegenüber verhält.

    Denn wir prägen unsere Kinder mit unseren nonverbalen und sprachlichen Reaktionen und Äußerungen enorm. Kinder sind darauf programmiert, unsere Reaktionen zu „lesen“ - so lernen sie, passen sich an und werden geprägt. Möchten wir, dass sie sich selbstbewusst und unbefangen mit der Natur vertraut machen, dann können bestimmte Sätze das Gegenteil bewirken.

    In diesem Artikel möchte ich Dich auf ein paar negative Sätze aufmerksam machen, die Du vielleicht auch ab und zu benutzt, wenn Ihr draußen unterwegs seid. 


  1. „Igitt – wie eklig!“

  2. „Uuh, wie unheimlich!“

  3. Mach Dich nicht schmutzig!

  4. „Ich hasse schlechtes/kaltes/nasses Wetter“

  5. „Geh da nicht hin“ / „Fass das nicht an!“

  6. „Sei vorsichtig!“

  7. „Nun mach schon!“ / „Beeil´ dich!“ / „Komm schnell“

Satz 1: „Igitt – wie eklig!“

Ekel ist ähnlich wie Angst: ursprünglich ein überlebeswichtiger Instinkt, der uns schützt. Heute aber oft ein erlerntes Verhaltensschema. Auch hier kann es helfen, neugierig zu bleiben.

Oft ist Ekel auch eher ein Ausdruck spontaner Überraschung. Dann könntest Du das „Iiehh“ durch ein „Uuuiii“ ersetzen: „Das sieht aber spannend aus!“

Gerade viele „eklige“ Lebewesen haben eine wichtige Funktion im großen Kreislauf der Natur. Du musst jetzt nicht anfangen, mit Schnecken zu kuscheln, oder schleimige Pilze sammeln. Aber diese uns fremden und manchmal echt widerlich aussehenden oder riechenden Dinge machen im System der Natur Sinn!

Statt Ekel zu unterstützen, kannst Du wo es möglich ist, folgendes tun: Die wichtige Rolle jedes Lebewesens für das Funktionieren der Natur thematisieren, betonen, dass sie wichtig sind und was sie für uns machen. Schließlich bieten und „eklige“ Begegnungen auch eine super Möglichkeit, Respekt und Toleranz zu üben. Wir müssen nicht alles platt machen oder quälen, was uns ekelt (und nein, auch keine Mutproben bitte: Nacktschnecken essen ist echt gefährlich! Die können ganz fiese Parasiten übertragen.)

Und zum Schluss noch der wichtige Hinweis: die Grenzen des Anderen respektieren! Meine Tochter hat echt lange gebraucht, bis sie sich die dicken Spinnen anschauen wollte, die wir bei uns manchmal mit einem Glas gefangen haben (die dicken mit den flauschigen Beinen: Wolfsspinnen). Da hilft nur Geduld, und Deinem Kind die Sicherheit zu geben, dass Du auch seine Grenzen akzeptierst: Anbieten, zeigen, aber nicht zwingen. Aber das gilt ja eh´ für viele Dinge in der Erziehung (bei uns zumindest. Hausaufgaben und bestimmte Nahrungsmittel sind trotzdem ein schwieriges Thema. Aber das gehört woanders hin).

Und jetzt: Ab ab nach draußen!

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